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KG "Kluet un Rekelieser"

Oberembt

 

Was bedeutet ´ Kluet un Rekelieser ` wird häufig gefragt, wenn es um den Vereinsnamen unserer Karnevalsgesellschaft aus Oberembt geht ?

Die Gründerväter müssen sich doch irgendwelche Gedanken gemacht haben, als sie diese originelle Bezeichnung wählten !

Nun, es ist müßig darüber zu diskutieren, wie man zu dem Vereinsnamen gekommen ist. Heute kann man ohnehin nur durch Befragen unserer älteren Mitbürger oder durch eigene Recherche etwas in Erfahrung bringen - und das ist schon eine ganze Menge.

Im nachhinein muss sich wohl jeder wundern, wieso die Menschen damals im Jahre 1878 an die Gründung eines Karnevalvereins dachten, wenn man bedenkt, in welchen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen die Masse des Volkes in jener Zeit lebte. Deshalb sei hier kurz ein geschichtlicher Rückblick gestattet.

Staatsoberhaupt des damaligen Deutschen Reiches 1878 war Kaiser Wilhelm I. und Regierungschef war Fürst Otto von Bismarck als Reichskanzler. Das unter Bismarck geeinigte Deutsche Reich, das hervorgegangen war aus dem Deutschen Bund, stand nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kurz vor Beginn der Industrialisierung. Es entwickelte sich vom reinen Agrarland zum Industriestaat und war später wirtschaftlich mit tonangebend in der Welt.

Nur dem Arbeiter ging es nicht besonders gut. Es fehlte an allem; beispielsweise gab es noch keine Rentenversicherung, keinen Schutz bei Krankheiten, kaum Urlaub, lange Arbeitszeit, schlechte Bezahlung, meist unzureichende Wohnverhältnisse; das führte schließlich zur wachsenden Verbreitung der sozialistischen Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels. Natürlich gab es noch keine Autos, kein Rundfunk, kein Fernsehen, noch nicht einmal elektrisches Licht und keine Reisen in ferne Länder. Die einzigen Verkehrsmittel die man hätte benutzen können, wäre die Eisenbahn, das Fahrrad oder Pferdekutschen gewesen.

Der Wunsch nach ein wenig Abwechslung und Vergnügen in dem harten und eintönigen Leben der Bevölkerung mag sicher groß gewesen sein. Vielleicht ist der eine oder andere Gründer zur Narrenzeit in Köln gewesen, dass damals schon die Hochburg am Rhein im Karneval war und hat dort die Karnevalsumtriebe gesehen. Es ist durchaus möglich, dass man daran Gefallen fand und deshalb auf die Idee gekommen ist, etwas ähnliches in Oberembt ins Leben zu rufen.

Sicherlich ist früher der Karneval in einer anderen Form gefeiert worden als heute; er spielte sich überwiegend auf der Straße ab, auf der man wahrscheinlich maskiert herumzog. Gelegentlich fanden auch Maskenbälle und Theateraufführungen statt. Dabei wurde über alles glossiert, sei es über den neuesten Dorftratsch oder über die Politik. Aber da die damaligen Machthaber keineswegs so tolerant waren als in der heutigen Zeit, so war das schon ein ´heißes Eisen`, was man da anfasste.

Hier haben wir nun die symbolische Bedeutung von ´Kluet un Rekelisier` für Feuerzange, mit der ein Schmied das glühende Eisen aus der Esse nimmt. Da dieses Thema unerschöpflich ist, war man bestrebt, die karnevalistische Idee zukünftig fortzuführen; deshalb durfte das Feuer in der Esse nicht erlöschen, musste immer wieder mit dem Stocheisen, dem ´Rekelieser`, geschürt werden.

Der Vereinsname war aus der Taufe gehoben und nannte sich fortan Karnevalsgesellschaft ´Kluet un Rekelieser`. Die Gründer seinerzeit waren schon weise Leute, als sie dem Verein diesen Namen gaben.

 


   

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