Karneval hat eine lange Tradition.

Eine der ältesten Karnevalsgesellschaften ist die
KG Kluet un Rekelieser
die 1878 gegründet wurde


Über 140Jahre Oberembter Karneval

 


Geschichtlicher Rückblick

Sämtliche Unterlagen sind durch die schlimmen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges verloren gegangen. Aufgrund dieser Tatsache, konnte nur durch mündliche Überlieferung eine Chronik zusammengestellt werden.

Einen sicheren Nachweis liefert Mathias Tirtey, der berichtetet, dass noch während des Krieges, im Saale der Gaststätte Tirtey die Vereinsfahne der KG "Kluet un Rekelieser" an der Wand hing, der Name, Motto und das Gründungsjahr 1878 eingeprägt waren. Mathias Tirtey, der in diesem Hause wohnte, verstarb 1987.

In diesem Saale waren bis gegen Ende 1944 französische Kriegsgefangene untergebracht, die tagsüber in der Landwirtschaft arbeiteten. Beim Näherrücken der Westfront wurden die Franzosen in den Süden Deutschlands verlegt. Nun liegt die Vermutung nahe, dass diese Leute die Fahne - als so genanntes Souvenir -  mitgenommen haben, denn sie ist seitdem verschwunden.

Außerdem wurde im weiteren Verlauf des Krieges der Saal durch Artilleriebeschuss völlig zerstört. Für neu hinzugezogene Mitbürger von Oberembt sei vermerkt: Die Gaststätte Tirtey mit Saal befand sich früher in der heutigen Jülicher Straße 54.

Im Jahre 1878 wurde unter dem Motto "Mir wolle et ens reskiere" die Karnevalsgesellschaft gegründet. Zu den Gründern gehörten der Schuhmachermeister Josef Tirtey, der Küster und Organist Wilhelm Hermanns, der Brauereibesitzer J. Manstedten und der Arbeiter Engelbert Frey. Man einigte sich auf den Namen "Kluet und Rekelieser".

Die "Kluet" ist eine Feuerzange, mit der man glühende Kohlen oder Briketts anfasst. Dieses Werkzeug steht symbolisch für eine heiße Sache, die man vorhatte, in Form von Glossen auf die damaligen Politiker, die nicht so tolerant waren, wie die heutigen.

Damit die ganze Sache nicht einschläft und auch für zukünftige Zeiten fortgeführt werden soll, benutzt man dazu das "Rekelieser", ein Schüreisen, mit der das Feuer in der Schmiedeesse oder im Ofen immer wieder angefacht wird.

Der Vereinsname war geboren.

Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass zu damaliger Zeit anders Karneval gefeiert wurde als heute. Der Karneval spielte sich überwiegend auf der Straße ab; auch wurden verschiedentlich Maskenbälle veranstaltet. Dabei trug man hin und wieder selbstgefertigte Masken, die dem Staatsoberhaupt Kaiser Wilhelm I. oder Reichskanzler Otto von Bismarck sowie anderen hohen Persönlichkeiten glichen.

Nach 25-jährigem Bestehen wurde 1903 die KG von dem neu gegründeten Verein "Union" übernommen. Nach dem 1. Weltkrieg zweigte sich aus diesem Verein ein neuer Verein ab - der Theaterverein "Melpomene" (der Ausdruck kommt aus dem griechischen und bedeutet die Muse der Tragödie). Diese Vereine veranstalten abwechselnd bis zum Jahre 1936 den jährlichen Karneval.

Im Anschluss an den Rosenmontagszug 1936 unter seiner Tollität Prinz Heinrich I. Heinrich Herzogenrath schlossen sich die beiden Vereine einmütig zusammen, um unter dem alten Namen "Kluet und Rekelieser", die 1878 gegründete Gesellschaft neu erstehen zu lassen.

Im Jahre 1936 gab es auch den ersten Kinderprinzen Josef I. Josef Richter, der später in Angelsdorf wohnte.

Zum ersten Präsidenten wählte man den Gastwirtssohn Heinrich Maassen, der das Amt bis 1938 inne hatte. Franz von Krüchten wurde dessen Nachfolger, der aber leider aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurückkehrte. Die bewährten Karnevalisten Theodor Schläger, Franz Müller sowie der gebürtige Oberembter und in Esch wohnhafte Theodor Tirtey kehrten ebenfalls nicht zurück. Später wurde während des 2. Weltkriegs jedwede Vereinstätigkeit von den Machthabern verboten.

Nach dem Kriege 1946, als die Bestimmungen der Besatzungsmacht gelockert waren, wurde die KG unter der Präsidentschaft von Andreas Dolffen wieder aktiv. Karnevalistische Sitzungen und Kostümbälle wurden jährlich wieder regelmäßig veranstaltet.

Am 8. Februar 1953 feierte die aus 51 Mitgliedern bestehende Gesellschaft, in einer prunkvollen und gelungenen Jubiläumssitzung ihr 75. Gründungsjahr. Zum Gelingen der Veranstaltungen trug das im Jahre 1952 erstmals aufgestellte Damen-Tanzcorps mit dem Funkenmariechen Elisabeth Mülheims (Junggeburth) wesentlich bei. Die Ausbildung dieser Tanzgruppe lag in den Händen von Lehrer Adam Henseler.

Bezeichnenderweise wurden die Sitzungen jahrelang von eigenen Kräften bestritten. Hier betraten altbewährte Karnevalisten das Podium, die beiden Paul Schiffer, Hans Nobis, Paul Hurtz, Paul Kempen, Heinz und Christian Müller, Helmut Meuser, Franziska Maylan, die 3 Sanellas (Adam Henseler, Abraham Vroegop, Matthias Wolff) sowie Josef Pickartz und Willi Buhs, um einige zu nennen. Die befreundete Berrendorfer Karnevalsgesellschaft "Narrenzunft" wurde regelmäßig zu den Sitzungen eingeladen, die ihrerseits einige ihrer Interpreten mitbrachten.

Diese Sitzungen wurden bis etwa 1960 veranstaltet und dann vorerst ganz eingestellt, da kaum noch eigene Kräfte zur Verfügung standen. Einige der Interpreten waren zwischen-zeitlich verstorben oder aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. An Nachwuchs fehlte es allgemein. Auch den vorerst letzten Prinzen sah man in der Session 1966/67. Von da an wurde es ruhiger um die KG. Lediglich wurden alljährlich ein Kinderprinz vorgestellt sowie die Tanzveranstaltungen durchgeführt.

Mit neuem Schwung erwachte die KG aus ihrem viele Jahre dauerndem "Winterschlaf" in der Session 1977/78 im alter Frische zu Beginn ihres 100-jährigen Bestehens.

Die Gesellschaft wurde in ihrer Struktur völlig verändert. Ein neuer Vorstand mit Matthias Wolff als 1. Vorsitzender und Hans Nobis als Präsident brachten neue Ideen ins Spiel.

So stand dem Verein in seiner traditionsreichen Geschichte erstmals ein Dreigestirn mit Prinz, Bauer und Jungfrau zur Verfügung sowie auch ein Kinderdreigestirn. Der Elferrat erschien in neuem Gewand - in roten Röcken auf schwarzen Hosen.

Es gab wieder eine Prunksitzung, allerdings nicht mit eigenen Kräften, sondern mit bekannten Interpreten des Rheinischen Karnevals, z. B.: Ludwig Sebus, Kurt Lauterbach, Gerd Rück, Peter Raddatz, Fritz Schops (Rumpelstilzje), Eilemann-Trio, die Rheinmatrosen, die Leverkusener Husaren, Karl Schmitz-Grön, der noch mit 84 Jahren in Oberembt in die Bütt ging. Karl Schmitz-Grön verstarb 2002, er wurde 104 Jahre alt.

Diese auf hohem Niveau stehenden Sitzungen veranstaltete die KG von nun an alljährlich; dass man hier auf dem richtigen Weg lag, bezeugten die schon nach wenigen Tagen ausverkauften Eintrittskarten.

Im Jahre 1979 wurde Martin Küpper 1. Vorsitzender und Willi Buhs Präsident, der dieses Amt von Hans Nobis 1981 übernahm.

Die Zahl der Mitglieder stieg in der Zeit auf über 100 an. Veränderungen gab es auch bei den anderen Festlichkeiten. Neben dem Preiskostümball, Prinzenball, Rosenmontagszug mit anschließendem närrischen Treiben, wurde jedes Jahr ein Funkenbiwak veranstaltet und seit 1980 fand regelmäßig eine Kindersitzung statt.

Auch findet schon seit vielen Jahren zur Eröffnung der neuen Session im November der Karnevalsauftakt statt mit eigenen Kräften z. B.: die Tanzgruppen der "Flying Sisters", die "Galaxis", die "Lollypops", "The Devils" und "Black and White", die die Nachfolge der Mädchentanzgruppen "Embefinken" und "Bachstelzen" übernommen haben.

Ab 1988 wurde Willi Buhs 1. Vorsitzender, der zugleich Sitzungspräsident war. Im Jahre 1993 trat Willi Buhs als Vorsitzender und Präsident zurück. Als 1. Vorsitzender wurde Werner Richter gewählt und Heinz Müller als Präsident. Ab 1999 übernahm Johann Lembke das Amt des 1. Vorsitzenden und Bernd Neumann wurde als Präsident bestätigt.

Anfang des neuen Jahrtausends übernahm Dieter Klüger den 1. Vorsitz, Werner Richter wurde als 2. Vorsitzender und Hajo Schmitz zum Geschäftsführer gewählt sowie Bernd Neumann als Präsident bestätigt. Im Jahre 2003 konnte man das 125 – jährige Jubiläum feiern und auch dank einer stetig wachsenden Mitgliederzahl, mit über 150 Personen, erlebte die KG eine weitere Blütezeit. Das Jubiläum hatte viel Zulauf aus Nah und Fern.

Leider wurde es nach Ende dieser Vorstandsperiode wieder etwas schwieriger für die roten Röcke, denn der Vorstand trat weitgehend geschlossen zurück und es fanden sich nur schwer neue Mitstreiter. Dieter Klüger stellte sich als Vorsitzender weiterhin zur Verfügung und Herbert Vith übernahm die Geschäftsführung; später wurde dann Ralf Clemens zum 1. Vorsitzenden gewählt. Anfang 2010 stellte sich Angela Schillings als 1. Vorsitzende zur Wahl; Elke Friedt und Brigitte Nobis übernahmen die Geschäftsführung und Renate Hurtz die Kasse. Es war das 1. Mal in der Geschichte der Gesellschaft, dass der geschäftsführende Vorstand komplett aus Damen gebildet wurde – leider wurde es für die 4 nicht einfach.

Mit dem Wegzug der Wirtsleute Stangl, konnte der Saal nicht mehr gehalten werden und es musste für die Veranstaltungen eine neue Heimat her. Kurzfristig konnte ein Zelt für den Dorfplatz organisiert werden, aber auch dies war nicht von Dauer, da eine Anwohner die Lärmbelästigung zum Anlass nahmen, entsprechende Beschwerden zu führen. Den Damen ist es in jedem Fall gelungen, gemeinsam mit einigen reaktivierten roten Röcken und vor allem den Jungs vom Hüttenzauber sowie dem Stoßtrupp als Veranstalter der Herrensitzung, den Karneval in Oberembt nicht untergehen zu lassen.

Im Jahr 2014 stellte sich dann ein komplett neues Team zur Wahl. Mit Wilfried Schumacher als 1. Vorsitzender, Hajo Schmitz als Geschäftsführer und Michaela von Krüchten als Kassiererin gab es einen neuen geschäftsführenden Vorstand. Bernd Neumann wurde im Amt bestätigt und die Jugend stärker in die Vereinsarbeit integriert. Erfreulich war, dass über 25 neue rote Röcke gefertigt wurden und die KG weiteren guten Jahren Entgegen strebte.

Mit den Tanzmäusen (heute über 30 Kinder) sowie den Minimäusen (12 Kinder) wurden neue Tanzgruppen aufgebaut und eine Senatorengruppe gegründet, die der KG in der Brauchtumspflege, aber auch in der wirtschaftlichen Weiterentwicklung hilft. So konnten u.a. für den neuen Zeltplatz an der Möhrenhalle eine Befestigung des Untergrundes geschaffen werden, aber auch viele Dinge wurde für das Zelt selber investiert.

Heute hat die KG über 240 Mitglieder, davon alleine über 60 Kinder und Jugendliche. Der Oberembter Karneval ist weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt, denn sehr viele auswärtige Gäste aus Nah und Fern besuchen regelmäßig unsere Veranstaltungen.

 

   

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